Ausbildung bei VALLOUREC-Mülheim vor dem Aus?

Ausbildung bei VALLOUREC-Mülheim vor dem Aus?

 

Das Ende einer über 40 Jahre langen Tradition in Mülheim zeichnet sich bei Vallourec ab.Die Ausbildungswerkstatt der ehemaligen Mannesmann-Betriebe soll nach Düsseldorf an den Standort der Verwaltung verlagert werden.

Für Mülheim und die übrige MEO-Region geht ein wichtiger Ankerbetrieb als Garant für gute Ausbildung und Berufserprobung durch Schülerpraktika verloren. Aus dem Pool der gewerblich-technischen Ausbildung der ehemaligen Mannesmann Röhrenwerke rekrutierte sich oft der hoffnungsvolle Nachwuchs für die Klein- und mittelständischen Betriebe der Umgebung. Damit soll jetzt Schluss sein.

Ab dem Jahr 2019 soll dann am Standort des Deutschland-Konzerns in Düsseldorf ausgebildet werden.

Etwa 70 Bewerbern bot man jedes Jahr einen Ausbildungsplatz an, anfangs waren es fast doppelt so viele! Angefangen hat es mit den Berufen des Betriebsschlossers, des Drehers, den Schweißern und Elektrikern. Die ehemalige Verwaltung an der Wiesenstraße deckte alle Bereiche der kaufmännischen Ausbildung ab. Die Qualität der Ausbildung bei Mannesmann in Mülheim hatte von Beginn an einen hohen Stellenwert. Nach erfolgreicher Abschlussprüfung begann die Laufbahn als Jungfacharbeiter in einem der damals noch zahlreichen Betriebe am Standort. Der größte Bedarf an jungen Arbeitskräften konzentrierte sich in den beiden Rohrkontistraßen des Standorts. Eine Erwerbsbiografie, die bis zur Rente reichte, galt als garantiert.

Auch andere Betriebe der Region waren an diesen jungen und gut ausgebildeten Fachkräften interessiert. Ein Ausbildungszeugnis von Mannesmann war eine „dicke“ Empfehlung bei einer Bewerbung um einen Arbeitsplatz.

Seitdem hat sich vieles verändert, in den frühen 1980´er Jahren wurden beständig Produktionskapazitäten vom Markt genommen, wurde immer mehr Kapital vernichtet. Von den einst zahlreichen Betrieben in Mülheim blieben nur das Blechwerk, das Großrohrwerk und die Rohrkontistraße 2 bestehen. Der mächtige Mannesmann-Konzern ist zerschlagen, die drei verbliebenen Betriebe am Standort haben verschiedene Besitzer. Derweil ziehen am Konjunkturhimmel immer dunklere Wolken auf, die auch noch die stark geschrumpfte Produktion am Standort Mülheim gefährden. Die Kollegen von Vallourec sind zurecht besorgt: „Ist die Ausbildung futsch, ist es mit dem Betrieb auch bald vorbei!“, so ist die Stimmung im Betrieb zu deuten. Die Kollegen vergleichen ihre Situation mit den Entwicklungen bei Thyssen-Krupp. Die Stahlsparte wird dort Stück für Stück an konkurrierende Unternehmen im Ausland verkauft. In Dortmund wurde jüngst ein Werk für Spundbohlen von der Firma HOESCH geschlossen.

Bei Vallourecwurden die Jungfacharbeiter des Jahrgangs 2016 erst einmal auf zwei Jahre befristet eingestellt. Gleichzeitig werden Produktionsspitzen aktuell mit Leiharbeitern der Firma START abgedeckt. Großzügige Altersregelungen dünnen die Stamm-Mannschaft in den kommenden Jahren immer weiter aus und die Geschäftsleitung lässt die Kollegen im Unklaren über die weitere Zukunft.

 

So kann es nicht weitergehen!“, so die Meinung vieler Kollegen.

WIR AUS Mülheim ist der Auffassung: Mülheim braucht die Eisen- und Stahlindustrie als Garant für Arbeit und Ausbildung. Eine Entwicklung zum Wissensstandort wie mit der Hochschule Ruhr West allein reicht nicht aus, um die bestehende Infrastruktur unserer Region aufrechtzuerhalten und zu erweitern. In der Hauptsache brauchen wir die ganze Bandbreite gewerblich-technischer Arbeitsplätze. Nur so kann Wohlstand entstehen und erhalten werden.

Die jungen Menschen brauchen eine Perspektive und Zukunft!“, so Joachim Linke, Betriebsrat bei Vallourec und Vorstandssprecher von WIR AUS Mülheim. „Wir sind solidarisch mit den Stahlarbeitern von Vallourec, mit ihren Auszubildenden und Ausbildern. Die Ausbildung muss in Mülheim bleiben!

 

 

 

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