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Internationaler Frauentag 2016 - „Frauen verdienen mehr.....!“

Mülheim 05.03.2016

 

Internationaler Frauentag 2016 - „Frauen verdienen mehr.....!“

 

 

 

Der internationale Frauentag, der jedes Jahr am 8.März begangen wird, gilt als sogenannter Welttag. Dieser Tag ist auch als Weltfrauentag bekannt.

Im Mittelpunkt steht dabei die Rolle der Frau in der Gesellschaft. Der Weltfrauentag lenkt den Fokus auf spezielle Probleme und Themen, die alle Frauen dieser Welt betreffen.Seinen Ursprung hat der Weltfrauentag in der Arbeiterbewegung, er fand 1911 zum ersten Mal statt.

Im Vordergrund stand damals der Kampf um das Frauenwahlrecht sowie das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung. Später stand der Kampf um Gleichbehandlung von Mann und Frau im Vordergrund, aber nach wie vor sind die Frauen in zahlreichen Lebensbereichen benachteiligt. So verdienen die Frauen immer noch durchschnittlich 22 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Bessere Schul- und Universitätsabschlüsse spiegeln sich häufig nicht in ihren beruflichen Positionen wider, dafür arbeiten sie häufiger in Niedriglohn- und Teilzeitjobs als Männer. In den Chefetagen großer Konzerne sind sie deutlich unterrepräsentiert. Ferner bleibt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiterhin eine Herausforderung, gerät sogar zur Zerreißprobe! Das gilt besonders für allein Erziehende Frauen, die durch ein viel zu knappes Angebot an bezahlbarer Kinderbetreuung extrem unter Druck geraten, weil sie dann oft nur in Teilzeit arbeiten können.

Da ist der soziale Abstieg vorprogrammiert.

 

Zahlreiche Vereine, Gewerkschaften und Verbände unterstützen die Feierlichkeiten des Weltfrauentags, so auch die Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen und ihre Einrichtungen. Ein Bollwerk zur Durchsetzung der Rechte von Frauen, sollte man meinen.

In der Wirklichkeit sieht es aber oft anders aus:

Im letzten Jahr streikten die Erzieherinnen für eine angemessene Lohnerhöhung, die auch die Höherqualifizierung ihrer Arbeit berücksichtigte. Längst war aus der bloßen „Kinderverwahrung“ eine qualifizierte Arbeit zur umfassenden  Vorschulbildung geworden. Der Kindergarten hat sich mittlerweile zur Vorschule gemausert. Diese höhere Anforderung an Ausbildung und Arbeit der Erzieherinnen sollte sich auch in einer gerechten Entlohnung niederschlagen. Jedoch die kommunalen Verwaltungen und ihre Vertreter stellten sich quer und so kam es zu Wochen langen Streiks. In Mülheim waren etwa 500 MitarbeiterInnen vom Tarifstreit betroffen.

WIR AUS Mülheim unterstützte die Streikenden im Kampf um ihre berechtigten Forderungen.

Frauen sind oft auch häuslicher Gewalt ausgesetzt. Sie sind oft wirtschaftlich vom Partner abhängig und brauchen Unterstützung von außen. Die Kommunen kappen aber oft die Mittel für soziale Einrichtungen, die hier tätig werden. Einrichtungen wie die Frauenhäuser müssen sich zu immer größeren Teilen selbst finanzieren, was die Angebote für Betroffene verknappt, eine gefährliche Unterversorgung ist die Folge! Sexuelle Gewalt wird auch in der Öffentlichkeit auf Frauen ausgeübt. Das hat sich in der jüngsten Vergangenheit potenziert und wird unter anderem mit dem Flüchtlingsthema verknüpft. Die Ereignisse in der Silvesternacht in Köln gaben Anlass zu massenhafter Kritik an der Asyl- und Sicherheitspolitik in Deutschland. Tatsächlich waren es aber  Straftäter und keine Flüchtlinge, die sexuelle Übergriffe auf Frauen verübten. Ein „Frauenproblem“, das vom Landesinnenministerium „unterschätzt“ wurde!

Selbst im Alter geraten Frauen häufig in finanzielle und soziale Not. Die Rente nach dem Minijob oder Teilzeitarbeit ist niedrig. Im Arbeitsleben waren diese Jobs meist nur ein Zuverdienst zum Einkommen des Mannes. Verstirbt aber der Partner, reicht die Witwenrente oft nicht aus, um ein selbstbestimmtes Leben weiter zu führen. Die staatlichen Unterstützungen sind dürftig und es sind viele bürokratische Hürden zu nehmen auf dem Weg durch die Instanzen. Am Ende wird ein Anspruch auf Unterstützung, wie die Grundsicherung, immer an allgemeinverbindlichen Regelsätzen festgemacht und niemals an der realen Lebenssituation der Betroffenen. Ein Leichtes, Ansprüche kleinzurechnen oder sogar zu verweigern!

Es ist noch ein langer Weg, bis die berechtigten Forderungen der Frauen in Staat und Gesellschaft verankert werden können. Nur gemeinsam können wir die verbrieften Rechte von Frauen erkämpfen. Die Männer sind gefordert, die doppelte Ausbeutung der Frau durch Familie und Beruf zu beenden und ihre Rolle in der Familie auszubauen und verantwortungsvoll zu übernehmen. Nur im gemeinsamen Kampf von Männern und Frauen können die gesellschaftlichen Unterschiede zwischen den Geschlechtern überwunden werden und nur dadurch kann sich die Arbeiterklasse vom Joch der Ausbeutung und Unterdrückung befreien!